Geschichte des Verlags
Am Anfang steht kein Goldklumpen, sondern ein eher bescheidenes handgeklebtes Spiel. Und ganz anders als im berühmten Märchen zeigt die Erfolgskurve des Hans im Glück Verlags stetig nach oben. Seit den ersten Essener Spielertagen 1983 (Das erste Spiel hieß DODGE CITY) haben sich die Titel des Münchner Verlages fest in der Spieleszene etabliert und werden mit Anerkennung und Auszeichnungen überhäuft. Das haben sich Bernd Brunnhofer und Karl-Heinz Schmiel damals nicht träumen lassen, als sie sich mit einer Garagenwerkstatt in das Abenteuer Spieleverlag stürzten.
Mit GREYHOUNDS sorgt der Verlag erstmals bei einem größeren Publikum für Aufsehen, als das Spiel auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres 1986 landet. Nachdem sich Karl-Heinz Schmiel 1987 aus dem Verlag zurückzieht, um sich wieder stärker seinem Beruf als Pädagoge zu widmen, wird die Arbeit für Bernd Brunnhofer zum Full-Time-Job. Die Spiele werden nun nicht mehr eigenhändig per Siebdruck gefertigt, sondern die Produktionsqualität knüpft an den hohen Standard anderer Verlage nahtlos an. Im Jahr 1990 gelingt der erste größere Erfolg mit dem Goldenen Pöppel (dem Vorläufer des Deutschen Spielepreises) für das Spiel MAESTRO und 1991 erhält der Hans im Glück Verlag als erster Kleinverlag überhaupt mit DRUNTER & DRÜBER von Klaus Teuber den Titel "Spiel des Jahres". Der Arbeitsaufwand steigt enorm an, so dass sich der Verlag 1992 mit Volker Weitzel verstärkt, der Redaktions-, Marketing- und Pressearbeit übernimmt.
Als 2-Mann-Verlag lässt sich ein Spiel des Jahres leider nicht vermarkten, so dass mit Fun Connection ein schlagkräftiger Vertrieb an Land gezogen werden kann. Als dieser in Schwierigkeiten gerät, übernimmt die Berliner Blatzgruppe den Vertrieb. Bereits 1994 kann man gemeinsam bereits das nächste Spiel des Jahres mit MANHATTAN von Andreas "Leo" Seyfarth feiern. Und 2 Jahre später ist es schon wieder so weit: EL GRANDE von Wolfgang Kramer und Richard Ulrich wird Spiel des Jahres 1996 und gilt heute als eines der besten Spiele für Freunde des anspruchsvollen Spiels. Noch immer taucht das Spiel in diversen ewigen Bestenlisten auf. Genauso beliebt ist auch heute noch das Spiel EUPHRAT&TIGRIS von Reiner Knizia, das 1997 den Deutschen Spielepreis erringt.
1998 verstärkt sich der Verlag mit Dirk Geilenkeuser, der Volker Weitzel bei der Büroarbeit entlasten soll. Ende 2000 entschließt sich Volker Weitzel, die Branche zu wechseln und den Verlag zu verlassen. Schon wieder ist der Verlag ein reines 2-Mann-Team. Dafür darf man mit dem Spiel CARCASSONNE von Klaus-Jürgen Wrede 2001 den sicher größten Erfolg der Verlagsgeschichte feiern. CARCASSONNE wird Spiel des Jahres, gewinnt den deutschen Spielepreis und verkauft sich im ersten Jahr über 700.000 mal - nur in Deutschland. Mittlerweile sind mehrere Erweiterungen und Ableger erschienen und der Erfolg scheint auch nach 5 Jahren ungebrochen. Mittlerweile wurden über 3 Millionen CARCASSONNE Spiele in Deutschland verkauft, das Spiel wurde in 15 Sprachen übersetzt und es werden fast monatlich mehr. Besonders erwähnenswert ist auch, dass CARCASSONNE ein Erstlingswerk ist. Klaus-Jürgen Wrede ist mittlerweile vielfacher Spieleautor und es werden sicher noch viele schöne Spiele von ihm zu erwarten sein.
Seit 2002 gehört auch Georg Wild fest zum Verlag, der allerdings schon seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Testgruppen war. Apropos Testgruppen: Ein weiterer Mann muss erwähnt werden, ohne den viele Hans im Glück Spiele nie so geworden wären, wie sie heute sind: Dieter Hornung. Er ist von Beginn an dabei gewesen und hat in vielen Spielen seine unzähligen Ideen eingebracht. Eines der Erfolgsgeheimnisse sind sicher auch die wöchentlichen Testabende in Dieters verräuchertem und winzigen Keller, in dem man von Spieleregalen nur so erdrückt wird. Eigentlich kein Wunder, dass dabei viele gute Spiele entstanden sind. Und zu guter Letzt schließt sich wieder der Kreis, denn mit dem Verlags-Mitgründer Karl-Heinz Schmiel ist das kleine Testteam komplett, das sich alle paar Tage trifft, um aus guten Spielideen noch bessere Spiele zu machen. Nicht vergessen sollte man übrigens noch die regelmäßigen Mittester Hannes Wildner und Gregor Abraham, die auch so manche wichtige Idee zu den Hans im Glück Spielen beigesteuert haben und dies sicher auch in Zukunft tun werden.





